Am Freitagnachmittag wurden in Monaco die Gruppen für die UEFA Europa League Saison 2017/18 ausgelost. Mit dabei waren auch zwei der 5 Schweizer Teams, die den Qualifikationsprozess begonnen haben: Der BSC Young Boys in Topf 2 und der FC Lugano in Topf 4. Auf der Strecke blieben der FC Luzern, FC Sion, FC Vaduz und der FC Vaduz – der sich mit dem Cup Startplatz für Lichtenstein jedes Jahr für die EL Qualifiziert.

BSC Young Boys

Der BSC Young Boys hat sich in der dritten Qualifikationsrunde für die UEFA Champions League souverän gegen Dynamo Kiew durch. Wie schon im Vorjahr konnte man das schlechte Ergebnis aus der Ukraine (damals gegen Shakhtar Donetsk) im Stade de Suisse wieder wett machen. Im Champions League Playoff scheiterte man dann aber an ZSKA Moskau, nachdem man zuhause souverän auftrat, wurde man in Moskau überrannt.

UEFA Europa League 2017/18 Gruppe B

Die Young Boys wurden als 15.-best-klassiertes Team in der Auslosung im Topf 2 platziert. Aus Topf 1 wurde ausgerechnet Dynamo Kiew. Das Team das noch vor drei Wochen aus dem Stade de Suisse mit dem zerstörten Traum der Champions League kann sich jetzt auf der Europa League Bühne bei den Bernern revanchieren. Zu erwarten ist ein etwas besser einstudiertes Team, als das, dass die Gelb-Schwarzen bezwungen haben.

Aus Topf 3 kommt Partizan Belgrad. Der serbische Traditionsverein trauert seiner europäischen Vergangenheit nach. Tiefe Budgets und gezwungen sich auf die Nachwuchsausbildung zu konzentrieren. Positiv für die serbische Nationalmannschaft, aber schlecht für die Konstanz. Die besten Spieler werden weggekauft und der einzige europäisch erfahrene Spieler ist Torhüter Stojkovic. Gegen die Serben sind 6 Punkte ein Muss um in der Europa League überwintern zu können. YB hat die nötige Erfahrung und Spielqualität dafür.

Topf 4 bescherte den Bernern Skenderbeu. Der albanische Meister strebt Stammgast in der UEFA Europa League zu werden. Ihr grösster Exploit auf der europäischen Bühne war ein 3:0 Heimsieg gegen Sporting Lissabon in der Europa League Saison 2015/16. Skenderbeu ist ganz klar einige Stufen unter den Young Boys zu klassieren. Auch hier sind 6 Punkte ein Muss, will man europäisch überwintern. Der Knackpunkt bei den Reisen des BSC Young Boys in den Balkan wird wohl der Zustand des Terrains sein, den man nicht mit dem schönen Kunstrasen im Stade de Suisse vergleichen kann.

Die Auslosung der UEFA Europa League Saison 2017/18 hat den BSC Young Boys in Gruppe B geführt, wo Sie auf Dynamo Kiew, Partizan Belgrad und Skenderbeu treffen.

Finanziell gesehen ist dieses Los nicht wirklich einträchtlich für die Young Boys, da ohne Deutschen, Englischen, Italienischen oder Französischen Vertretern nicht zu viele Fans ins Stade de Suisse pilgern werden. Aber sportlich ist dies eine Grosse Chance um im Europa Cup zu bleiben und vielleicht sogar einem der Champions League Teams, die im Winter hinzu kommen, aus dem Weg zu gehen und möglichst weit im Wettbewerb zu kommen.

FC Lugano

Fünfzehn Jahre ist es her, dass der FC Lugano sich auf internationalem Parkett bewegt hat. In dieser Auflage der Europa League wollen die Tessiner sich wieder einen Namen im europäischen Bewerb machen und wichtige Millionen eintreiben. Noch bevor das europäische Abenteuer begonnen hat aber schon eine schlechte Nachricht: Das Cornared erfüllt die Standards für die Europa League nicht – etwas dass seit dem Spiel der Schweizer Nationalmannschaft letzten Frühling deutlich wurde – und die Luganese müssen in die Swisspor Arena. Luzern hat das nächstgelegene UEFA Pro Stadion und wird die Anreise für die Gegner um einiges angenehmer Gestalten. Ob viele Fans den Weg in die Leuchtenstadt tätigen, ist die andere Frage.

UEFA Europa League 2017/18 Gruppe G

Wenn man im Topf 4 eines Europa Cup Wettbewerbs dann muss man damit rechnen, dass man sehr schwierige Gegner zugelost bekommt. Zum Glück für den FC Lugano war das in diesem Jahr nicht so. Auf dem Papier ist der stärkste Gegner Viktoria Pilsen. Im Kader des Tschechischen Traditionsverein sucht man vergeblich nach Stars. Dem Schweizer Publikum ist einzig Martin Zeman, der Mann mit den pinken Haaren, aus seiner Zeit beim FC Sion bekannt. Dennoch ist es eine gut eingestelltes Team, dass Fehler der Luganese sofort bestrafen kann.

Der tatsächlich stärkste Gegner wartet in Rumänien. FCSB oder Steaua Bucarest, wie man das Team aus der Hauptstadt besser kennt, kommt frisch aus dem UEFA Champions League Playoff, wo sie Auswärts Sporting Lissabon ins schwitzen brachten, ehe die Portugiesen ihnen vor heimischen Publikum 5 Tore einschenkten.

Im Kader von Steaua befinden sich zwei Schlüsselspieler, die es für Lugano zu stoppen gibt. Können Filipe Teixeira und Alibec sich nicht entfalten, muss Pier-Luigi Tami sich keine grossen Sorgen machen. Zudem befindet sich Alibec, der robuste Mittelstürmer, in aller Munde. Er wird als kostengünstige Option für die Bank von vielen Teams gesehen.

Die erste Hürde für die Bianco-Neri wird aber Hapoel Beer Sheva sein. Wie schon die anderen zwei Gegner konzentriert sich Hapoel vor allem auf die Eigengewächse der israelischen Liga. Dementsprechend sollten die Tessiner auch hier im Vorteil sein. Allerdings kann Hapoel auf jedem Sektor des Feldes einen Leader vorweisen, den es zu beachten gibt. In der Abwehr ist es Miguel Vitor, beim Gegner der FC Basel Benfica Lissabon ausgebildet. Im Mittelfeld zieht der Nigerianische Nationalspieler John Ogu die Fäden. Seine genauen Pässe in die Offensive gibt es zu unterbinden. Im Sturm ist Isaac Cuenca der bekannteste Name. Wie Miguel Vitor entstammt Cuenca einer hochkarätigen Fussballschule, in diesem Fall der La Masia von FC Barcelona. Allerdings konnte auch er sich nie in seinem Heimatland behaupten und verdient in Israel seine Brötchen.

Für den FC Lugano kann die Europa League mit grosser Wahrscheinlichkeit nur durch Siege und ein Weiterkommen lukrativ sein. Die gute Nachricht ist, dass alle drei Gegner mit der richtigen taktischen Disposition schlagbar sind und wir können uns auf noch mehr Europa Cup Fussball in der Schweiz freuen.

André Moita Saraiva

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